Ostschweden 2013

Samstag der 8.Juni ging unsere Sommerreise los.

Wir hatten in den letzten  Tagen wieder reichlich Lebensmittel, Bier, Wein und auch alle notwendigen Wäschestücke auf das Boot gebracht. Der neue Motor hat nur ein paar Stunden Probelauf machen müssen, die Wasserheizung hab ich nur getestet ob sie läuft, selbst die Kühlung wurde erst am letzten Tag fertig.

Das Wetter für die nächsten Tage verspricht schön zu werden und so legen wir in Heiligenhafen ab, nicht ohne unseren Liegeplatz "frei" zu melden damit auch andere Gäste diesen nutzen können.

In wenigen Schlägen segeln wir nach Gedser, Klintholm und Gislövs Läge an der schwedischen Südküste und sind heute in der alten Hansestadt Ystad angekommen. Wir waren schön früh dort und konnten uns die Altstadt mit den alten Fachwerkhäusern und dem Kloster nochmals ansehen.

Wir genießen den vierten Sonnentag in Folge und passen auf dass wir uns keinen Sonnenbrand holen.


Aus Ystad laufen wir recht früh aus, weil wir nach wenigen Meilen in KÅSEBERGA wieder einlaufen wollen. Der klitzekleine Hafen ist nur von einem Charterschiff belegt. Wir legen gemütlich längsseits an, nehmen unsere Kamera und machen uns auf den Weg die Anhöhe zu bezwingen.

Oben erwartet uns ein traumhaft schöner Blick über die Ostsee-- wir haben allerschönstes Wetter--- und eine der schönsten Schiffssetzung in Schweden. Sie stammt wohl aus den Jahren 500- 1000 n Chr. und ist 67 Meter lang und 19 Meter breit und hat ... wie der Name andeutet... die Form eines Schiffes aus 59 Steinblöcken aus Granit und Sandstein aus dieser Gegend. Unklar ist den Wissenschafftlern noch, ob noch weitere Monumente an diesem Ort vorhanden sind oder waren. Leider fand um 1917 eine "Renovierung" statt, bei dem wohl einiges zerstört worden ist.

!940 hat das schwedische Militär eine Luftaufklärungsanlage installiert, was der Anlage nicht besonders dienlich war. Bei dem Versuch 1956 den alten Zustand wieder herzustellen hat man sehr großzügig mit Baggern gearbeitet und damit wohl erst richtig viel zerstört.

Diese Anlage ist wirklich sehenswert (und eine schöne Wanderung war es zudem auch) Wir machen uns auf den Weg, durch weidende Kühe (Starken), die Alm wieder hinunter.

Zufrieden mit diesen Eindrücken legen wir ab und segeln mit halben bis achterlichen Wind nach Simrishamn.


Über Simsishamn kann ich nicht weiter berichten. Es ist ein Absprunghafen in die Hanö- Bucht. Es gibt noch, im Gegensatz zu Ystad, etwas Fischerei. Die Kleinstadt selbst macht keinen einladenden Eindruck.

Unser nächstes Ziel ist HÖRVIK. Der Hafen liegt gegenüber der Insel Hanö und überrascht durch die angenehme Leere im Hafen.

Wir sind die einzigen Gastlieger.


Der kleine Ort ist einfach nur nett. Gute Einkaufsmöglichenkeiten, ein Restaurant und Wege an der Küste zu wandern.

Für mich ist das die Schönheit Schwedens Küste. Wir müssen einfac h einen Hafentag einlegen.

Am nächsten Tag kommen wir endlich mal nach Karlskrona um im Ort spazieren gehen zu können. Eine alte Garnisonstadt und Kriegshafen. Die Schiffe sind aber alle inzwischen weg, nur die Gebäude erinnern noch an die Militärs. Auch die U-Boot- Sperren wurden-- zumindest zum Teil-- abgebaut. Im Hafen wird kräftig für den Tourismus gebaut. Zur Zeit wird noch im Container geduscht.







In Karlskrona wird es noch etwas windig.
 Der Glockenturm unter dem eine alte Bahntrasse zum Hafen führt.

Wir legen aber ab um durch die Schärenwelt weiter zu segeln. Nur mit kleiner Fock segeln wir bei schönsten Sonnenschein in den Kalmar Sund und sind mit achterlichen Wind schnell in dem kleinen Hafen Kristianopel.
Dieses ist eine kleine Festung die als Grenze des damals noch dänischen Schonen gegründet wurde. Imposant ist noch der Wall und die Kirche. Durch den Bustourismus kommen noch ein paar Touristen ins Dorf, zusammen mit den bis zu 50 möglichen Gastplätzen kann man sich wohl über Wasser halten. Ein netter kleiner Ort.

Dann gehts weiter nach Kalmar.


Die Türme der Domkirche


Das Kalmar Slott wird 1180 erstmalig erwähnt, um 13hundert wurde die Burganlage gebaut. Die Burg und die Befestigungsanlagen hatten ihren Zweck in ihrer strategisschen Lage. Südlich von Kalmar verlief die damalige Grenze zu Dänemark. Bis 1658 war Schonen, Blekinge und Halland in dänischer Hand.

Mit der politischen Bedeutung verbindet uns die Kalmarer Union (1397) zwischen Norwegen, Schweden und Dänemark unter der "Federführung" der dänischen Königin Margerete. 


Das Slott wurde im 16. Jahrhundert aus und umgebaut wo es sein jetziges Aussehen erhielt. Nach dem Frieden von Roskilde verlor die Befestigungsanlage an Bedeutung. Die Besuche des Königs blieben aus und wurde als Gefängnis und Staatsbrennerei genutzt.

Nochmal zur Kalmarer Union. Die Herrschaft Margaretes über die Union verlief alles andere als harmonisch. Nachdem 1520 in Stockholm 100 Adlige hingerichtete wurden organisiert ein gewisser Gustav Eriksson den Aufstand gegen Margaretes Vorherrschaft. 1523 wurden die Dänen geschlagen und Gustav Eriksson wurde zum König gewählt. Er nannte sich "Gustav Vasa".

Gustav und später auch Gustav II sicherten und begründetet schwedens künftige Vorherrschaft in Europa. Zu Schweden gehörte Finnland, teile Polens und Mecklenburg (siehe Göta Kanal- der Erbauer von Platen stammte aus Mecklenburg und war schwedischer Offizier)

Auch Gustav gelüstete es nach Großem. Um die Größe Schwedens zu unterstreichen ließ er von einem Holländischen Schiffbaumeister eine prunkvolle Galleone mit zwei Reihen Geschützen bauen. Sie sank nach der Jungfernfahrt.



Nach Kalmar geht es--- ab jetzt leider ohne W-Lan oder sonstiger I-Net-Verbindung über

Pastalavik



Västervik





Arkösund




Schließlich über Södertälje und den Mälaren nach Stockholm.

Stockholm alleine bietet genug, um mindestens eine Woche die Stadt zu erkunden. Wir bleiben drei Tage. Wir haben einen Liegeplatz, von dem wir in 20-30 Minuten in die Innenstadt von Stockholm kommen. Entlang des Ufers ist es ein schöner Spaziergang. In der Stadt kaufen wir uns ein 24 Uhr Ticket für die die U-Bahn  und Busse. So können wir unsere eigene Besichtigungstour gestalten. Unser erster Weg führt uns nach Nacka-Strand zum schwedischen Kreuzerclub (SXK) in dem wir Mitglied sind. Ich brauche eine Flagge. OK, per Post wäre einfacher aber hier in Nacka-Strand gabs leggar Essen im Yacht Club



Alleine die Fahrten mit der Stockholmer U-Bahn ist schon ein Erlebnis. Nachgebaut wie eine verlorene unterirdische alte Stadt.






Diese bemalten Decken und Wände findet man in mehreren Stationen.






Die Gamla Stan, Altstadt bzw. alte Stadt.





Für das VASA- Museum auf Djursgaden (Tiergarten) nehmen wir uns einen guten langen Vormittag.

Wie schon in Kalmar erwähnt ist die Vasa bei ihrer Jungfernfahrt im Hafen von Stockholm gesunken. Sie wurde von 1625- 1628 gebaut. 200 Schwedische und 200 auswärtige Arbeiter bauten dieses Schiff nach den Plänen eines holländischen Konstrukteurs. ( Die damaligen Schiffbauer waren Engländer-- mit denen war man im Krieg, und Spanier-- auch hier herrschte keine Freundschaft.)

In Auftrag gegeben wurde ein 69 m langes Kriegsschiff mit 64 Kanonen in zwei Reihen auf jeder Seite. Zahlreiche Holzschnitzereien (700) sollten Pracht zeigen.

Auf der Jungfernfahrt waren die Erbauer mit tlw. ihren Familien an Bord und der Hafen wimmelte von Zuschauerbooten. Es wurde Salut geschossen, und die Geschützpforten standen natürlich offen als eine kleine Windboe die Voll aufgetakelten Segel erfasste-- die Geschützpforten kamen unter Wasser - das Schiff lief binnen kurzen voll und sank. Die vermutlich mehr als 440 Menschen an Bord retteten sich ins Wasser wo sie von den Zuschauerbooten aufgenommen werden konnten. So ertranken vermutlich "nur" 30 Menschen.

Dieses Unglück damals ist ein Glück heute. Wir können eine gering beschädigte Vasa und die Schiffbaukunst der damaligen Zeit betrachten. Begehbar ist sie für Zuschauer nicht, aber einige Teile sind nachgebaut und für die Zuschauer "zum Anfassen" Viele Exponate sind erhalten und können unter Vitrinen besichtigt werden. Ein Film zeigt die aufwändige Bergung, Man kann sich Besichtigungen in verschiedenen Sprachen anschließen.








Nach diesen Erlebnissen segeln wir auf den Mälaren zum Schloss Drottningsholmen (wenn man schon mal da ist)

Ein Hafen ist nicht vorhanden, wir können aber sehr gut vor dem Schloss ankern. 

Mit unserem Beiboot setzen wir über und erkunden erstmal die Gegend. Park und Schloss ist voll mit Busladungen von Touristen. OK wir kommen wieder wenn sie weg sind. Abends haben wir die Anlage fast für uns alleine. 

Auch am nächsten Morgen setzen wir nochmal über, Gretel besichtigt das Schloss- ich den Garten und das Gartenlokal.




Noch einen Abstecher nach Mariestad zum Schloss Gripsholmen.





.......und dann gehts auf die Rückreise....


E N D E

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