Dienstag, 7. August 2012

Ramsgate

Zwei Tage später legen wir ab, melden uns bei "Control" für die Ausfahrt an---- und erleben eine Überraschung. Ich hatte zwar die Tide beachtet und gedacht, naja-- drei Stunden nach Niedrigwasser wird der Strom wohl ausreichend nach Norden gehen.... Weit gefehlt. Ich hätte doch mal in die Stromtabelle schauen sollen. Der Strom kam noch "vierkant" von vorne mit einer Geschwindigkeit von ca. drei Knoten. Zum Glück war ausreichend starker Wind von 5-6 Bf. (was uns ja auch von der Weiterfahrt gen Westen abhielt) so konnten wir lange den schönen Anblick der Kalkfelsen von Dover genießen.

Laut IMRAY soll man sich auch in Ramsgate anmelden. Erst nach meinem  zweiten Anruf bekam ich die Antwort doch einfach in den Hafen zu segeln. Ich möge nur aufpassen, in der Einfahrt zum Yachthafen wird gebaggert. Das war freundlich, aber klang auch gelangweilt.

Ramsgate kann man sehr gut bei jeder Tageszeit anlaufen, auch gibt es ausreichend viele Liegeplätze. Ein Teil des Hafens wird von Pilots und Offshore- Versorgern für die Windkraftanlagen belegt. Gelegentlich kommt noch eine Fähre, es ist aber ein ruhiger und angenehmer Hafen.
Ramsgate ist ein altes Seebad aber auch ein alter Fischreihafen. Von beiden sind nur noch Reste vorhanden. Die Promenade spiegelt nur noch den ehemaligen Glanz wieder. Saubere breite Strände, ein Liegestuhlvermieter aber, obwohl Sommer, es finden sich kaum Strandurlauber.


So habe ich mir die englischen Hafenstädte vorgestellt. Man lehnt sein Boot an die Kaimauer und reinigt das Unterwasserschiff.

 Das linke Gebäude ist die alte Seemannskirche und die Unterkunft für Seeleute.

 Auch hier, wie schon in Dover, sehen wir viele Palmen auf der Straße. Die Leute auf der Bank verputzen--- wie soll es auch anders sein--- Fish'n Ships.

Wir natürlich auch.
Früher wurden gebackene Fischstückchen in einer Zeitungspapiertüte verkauft. Kann man auch noch kriegen, wir aber bevorzugen ein Fischfilet vom Kabeljau auf Ships mit aufgesprühtem, stark verdünntem Malzessig. Muss man hier original probiert haben, gibt dem Ganzen eine besondere Geschmacksnote. Der Fisch war richtig lecker und frisch zubereitet.

Nachdem wir uns noch eine andere Spezialität, Lammsteak, genehmigt haben---- das beste Lamm das ich je gegessen habe!!!-- legen wir drei Tage später ab.

Der Wind kam, wie noch die nächsten zwei Wochen, mit Bf. 5 aus westlichen Richtungen. Der Wetterbericht sprach von 5 nachlassend (decreasing), pustete uns aber nach Niuewpoort mit 5-6 mit halben Wind und drei Meter hohen Wellen. NaJa... war dann eine schnelle Überfahrt. Auch hier musste man den Sandbänken vor dem Festland ausreichende Aufmerksamkeit schenken.

Von hier ging es dann bei durchweg heftigen Winden wieder über Belgien- Niederlande, der stehenden Mastroute nach Heiligenhafen.Wir hatten wieder schöne Erlebnisse und einen vielseitigen Segelsommer.


Montag, 6. August 2012

Dover

In England angekommen.

...zur Begrüßung gib's einen Sherry.

Die Überfahrt von Calais nach Dover verläuft völlig undramatisch. Wir legen bei regnerischem Wetter aber moderatem Wind ab, melden uns per Funk ab und erhalten auch gleich grünes Licht für die Ausfahrt.

Wir werden mit einem faszinierendem Anblick überrascht. Alles um uns herum ist regnerisch Grau in Grau. Nur die Kalkfelsen in Dover, die man von Calais aus schon gut sehen kann, werden von einem Sonnenstrahl beschienen. Toller Anblick.

Auch Dover ist ein sehr alter Fährhafen. Zunächst meldet man sich über Funk bei "Port Control" etwa 2 Meilen vordem Hafen an. Da wird einem gesagt, dass man die westliche Einfahrt nehmen soll und sich dann über Funk beim Hafen für einen Liegeplatz anmelden soll. OK ...die östlich Einfahrt wird von den Fähren genutzt. Die westliche von den verbleibenden wenigen anderen Fahrzeugen. Uns wird sehr freundlich ein freier Platz zugewiesen--- wir sind in England angekommen. Auf eigenem Kiel.
Wir schauen uns ein wenig um und sind über den Zustand in der Stadt recht enttäuscht. Es gelingt nicht nicht die zahlreichen einreisenden Touristen in die Stadt zu locken. Man fährt von der Fähre an der Stadt vorbei ins Land. In der Einkaufsstraße sind wohl alle Läden vorhanden, aber es fehlt wohl an Kunden.

 Die Promanade verbindet den Yachthafen mit dem Fährhafen.

Für die nächsten zwei Wochen ist Wind Bf 5 und 6 angesagt--- von dort wo wir eigentlich hin wollten.

Calais


Wir segeln weiter an Dunkerque (Dünkirchen) vorbei. Die Flachs vor der Stadt zeigen schon deutliche Sandhügel und wir bleiben sauber zwischen den Tonnen. Wir kommen nach Calais. In der Einfahrt sind drei rote Lichter übereinander--- klar: Einfahren verboten. Wir sehen auch die Fähren an dem Kai liegen. Eine legt ab, dreht im Hafen und fahrt mit recht hoher Geschwindigkeit aus dem Hafen. Ich möchte ihr nicht in der Einfahrt begegnen. Wir halten uns deshalb noch gut außerhalb der Fahrrinne. Über Funk hatte ich um Erlaubnis zum Einfahren gebeten. Eine Antwort erhalte ich nicht, aber die Lichter gehen auf Grün und wir tuckern in den Hafen an dem Fährhafen vorbei.
Hier können wir an einer Warteboje fest machen. Der eigentliche Yachthafen macht nur 1-2 Stunden vor und nach Hochwasser auf.

Calais ist ein alter Fährhafen mit leider nur wenig Sehenswertem. Die alten Befestigungsanlagen sind zerstört und/oder mit Gras überwachsen. In der Stadt sind viele Baustellen aber auch vieles kaputt. Ein scheinbar verzweifeltes Bemühen die Stadt wieder anzuhübschen.